Handisport – Trainingslager in Frèjus, mit Trainerausbildung für Handisport

 

 

 

Ein Bericht von Franziska Sterchi:

Wie die meisten von euch vielleicht bemerkt haben, sind Patrick, Franz und ich die Woche vor den Osterferien nicht im Training gewesen. Wir drei sind am Sonntag dem 7. April nach Südfrankreich gefahren. Laut Wetterbericht schon etwas wärmer und ab und zu sonnig. Also hab ich meine Sommerkleider eingepackt und für den Notfall einen warmen Pulli, den ich die ganze Woche sehr geschätzt habe. Die Unterkunft in Fréjus liess auch Ferienstimmung aufkommen. Eine grosse Ferienanlage mit Pool und diversen Sportmöglichkeiten. Eben alles was das Urlauberherz höher schlagen lässt. Côte d’Azur halt, Meer, Strand,  gutes Essen und super Laune. Nur war da noch was? Ach ja, Patrick war zur Vorbereitung des Satelliten-Turniers in Antibes und ich zum Trainerlehrgang eingeschrieben. Mein Kurs begann am Montagmittag mit Materialkunde und so haben wir Grünschnäbel unter der Aufsicht des französischen Nationaltrainers 16 Handifix (Plattformen mit Meldern und bi ba bo) aufgestellt. Nach dem Nachtessen ging es weiter mit dem Thema: Alles über die verschiedenen Handicaps und das bis 22:00! Am Dienstag ging es auch für Patrick los. Da war die Halle mit 54 Fechterinnen und Fechter aus 6 Nationen; Frankreich – England – Belgien – Georgien – Estland und zwei aus der Schweiz recht voll .Die französischen , der belgische sowie der englische National Maître lektionierten und überwachten das Training. Es wurde auf höchstem Niveau trainiert, für unseren Patrick ein ganz anderer Level. Vier Stunden vor dem Mittagessen, drei Stunden am Nachmittag und nach dem Nachtessen nochmals drei Stunden fechten. Die meisten Athleten fochten neben dem Degen noch Florett oder Säbel. So sind die fünf Tage anstrengend und lehrreich im null Komma nix vorüber. Patrick konnte trotz Sprachproblemen viele neue Facebook-Freunde finden. Mein Kurs war genau so intensiv, jetzt weiss ich einiges mehr über das Fechten mit Handicap. Am meisten beeindruckte mich die Arbeit mit den Sehbehinderten, bei den Lektionen gaben wir mit Glockenschlägen die Richtung an. Einer ist ein Schritt vor – drei ein Schritt zurück etc. auch das erklären war tückisch, da war nichts mit ich zeig dir wie es geht. Damit die Fechter wussten wo sie auf der Fechtbahn waren, legten wir einen ca. 10 cm breiten Teppichstreifen der Länge nach unter die Fechtbahn. Einfach genial!!

 

Da Patrick weder mit Florett noch Säbel fechtet, hatten wir am Samstag frei. Die Anderen sind schon am Samstag in Antibes das erste Mal gestartet. So sind wir drei nach Saint Tropez gefahren mit verschiedenen Zielen. Die Jungs wollten alles über 800 PS bestaunen (oder wie viele PS hat so ein Ferrari?) Wie auch immer, ich hab den beiden ihren Spass gelassen und hab mich den wichtigeren Dingen gewidmet, nämlich dem Kauf von Schuhen! So sind wir nach einem ereignisreichen Tag mit leichtem Sonnenbrand im Gesicht nach Antibes, wo am Sonntag das Satelliten-Turnier stattfand, gefahren. Mit viel Zuversicht ist Patrick in die Halle gekommen, aber irgendwie waren seine Gedanken noch bei der Jacht in Sant Tropez und so verträumte er den Start. Trotz einer Steigerung in der zweiten Hälfte reichte es nicht mehr für eine gute Position. Bei der „Elimination directe“ zeigte er, dass er in Fréjus einiges gelernt hat, nur, für einen Sieg braucht es noch einige Trainingsstunden mehr. Bei einem sind wir uns einig, wir hatten eine strenge, aber super coole Woche! Die Bilder dazu findet ihr auf Instagram oder Facebook, ihr wisst ja wo man Patrick so findet.